Im Winter auf dem Kalenderberg


Nach Weihnachten fahren wir zum großen Parkplatz vor der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf. Während es bei uns im Norden von Wien noch grün ist, empfängt uns hier im Wienerwald bei Mödling eine richtige Winterlandschaft: Schnee liegt auf den Bäumen und Wegen, manche Abschnitte sind bereits spiegelglatt. Der sonnige Wintertag lockt viele Ausflügler an, und so müssen wir am Parkplatz gleich drei Runden drehen, bevor wir endlich einen freien Platz ergattern.

Vom Parkplatz marschieren wir los – nicht hinauf zur Burg Liechtenstein, sondern geradeaus in den Wald hinein. Bald folgen wir den Wegweisern zum Schwarzen Turm. Die Kinder nutzen den Schnee für eine ausgiebige Schneeballschlacht, bei der ich erwartungsgemäß das Hauptziel bin.

Nach kurzer Zeit erreichen wir den Schwarzen Turm, einen markanten Aussichtspunkt im Naturpark Föhrenberge. Von den Felsen bei den sogenannten „Augengläsern“ eröffnet sich ein beeindruckender Rundblick: Hinter dem historischen Aquädukt ist die HTL Mödling gut zu erkennen, dahinter erhebt sich der markante Eichkogel. Auf der anderen Seite fällt der Blick steil hinab in die Vorderbrühl, die sich tief unten im Tal ausbreitet.

Der Schwarze Turm selbst ist ein kurioses Bauwerk: Aus einer Regenableitung hängen riesige Eiszapfen, die im Sonnenlicht glitzern. Der Turm befindet sich in Privatbesitz und ist tatsächlich bewohnt – ein ungewöhnlicher Gedanke an diesem exponierten Platz.

Wir folgen nun dem schmalen Wanderpfad am Grat entlang in Richtung Hinterbrühl. Bald führt der Weg an felsigen Stellen ein Stück bergab, doch wir halten uns rechts und steigen wieder leicht bergauf. So erreichen wir die Ruine Pfefferbüchsel. Die ehemalige Pilgerkapelle verdankt ihren Namen ihrer ungewöhnlichen, runden Form, die an eine Pfefferdose erinnerte. Heute sind nur noch Mauerreste erhalten, die still im Wald liegen und einen Hauch von Geschichte vermitteln.

Weiter geht es zur Turnerwiese, auch Kirchbergwiese genannt – eine offene Fläche, die früher als Treffpunkt für Turnvereine diente und heute ein beliebter Rastplatz ist. Von hier führt der Weg bergab zurück in Richtung Burg Liechtenstein.

Inzwischen ist es merklich finsterer und deutlich kälter geworden. Der Rückweg zum Parkplatz erweist sich als besonders heikel: Der festgetretene Schnee ist vereist, und die glatten Stellen verlangen volle Aufmerksamkeit. Vorsichtig tasten wir uns Schritt für Schritt zurück – müde, durchgefroren, aber zufrieden nach einer winterlichen Wanderung im Wienerwald.


Im Herbst durch die Passleiten

Wir parken bei der Bahnhaltestelle in Ulrichskirchen und folgen zunächst der Wanderwegmarkierung über die Fußgängerbrücke. Vorbei an einigen kleinen Presshäusern erreichen wir die Abzweigung beim Dimmel-Kreuz. Hier halten wir uns links – der Einstieg in die Passleiten beginnt.

Der Weg führt durch einen eindrucksvollen Lösshohlweg, in dem sich zahlreiche alte Weinkeller befinden. Die kühle Erde, die geschwungenen Wände und die stillen Keller zeugen von der langen Weinbautradition der Region. Immer wieder laden kleine, gemütliche Plätze zum Verweilen ein. Heute ist es angenehm ruhig, nur vereinzelt begegnen uns Spaziergänger.

Oberhalb der historischen Kellergasse erreichen wir einen Rastplatz mit schönem Aussichtspunkt, der einen ersten Blick über die sanfte Landschaft des Weinviertels erlaubt. Anschließend führt der Weg weiter bergauf: zunächst über ein offenes Feld, dann entlang eines Trockenrasens mit leicht felsigem Untergrund, der dem Abschnitt einen beinahe mediterranen Charakter verleiht.

Auf einem Steinhaufen steht ein Wetterkreuz, ein markanter Orientierungspunkt. Wenige Minuten weiter stoßen wir linker Hand, etwas versteckt unter Bäumen, auf einen alten Soldatenfriedhof. Hier ruhen u.a. Gefallene der Schlacht am Wagram (1809) – ein stiller, nachdenklicher Ort mitten in der Natur.

Etwas weiter liegt rechter Hand die Waldandachtsstätte Marienbründl, ein schlichter, besinnlicher Platz, an dem wir kurz innehalten. Danach kehren wir zum Wetterkreuz zurück und folgen dem Forstweg nach links in Richtung Waldrand.

Als wir den Wald verlassen, öffnet sich vor uns der Blick auf Ulrichskirchen – und auf die markante rote Scheune, die wir bereits vom Tal aus gesehen haben. Schließlich erreichen wir wieder das Dimmel-Kreuz und wandern von dort gemütlich zurück zum Auto.

Wolkersdorf nach Bockfließ

Kurz nach Weihnachten breche ich in Wolkersdorf zum Waldrand auf und folge dem alten Waldlehrpfad hinauf zur Sandgstettn. Danach gehe ich weiter auf dem Walderlebnisweg, an dem neue Infotafeln zur Pflanzen- und Tierwelt des Hochleithenwaldes aufgestellt wurden. Ich begehe den Pfad in seiner ganzen Länge und gelange hinter der Anzengruberhöhe auf den Detzenberg. Dort grasen einige Kühe in der Abendsonne.

Anschließend folge ich dem Forstweg am Waldrand entlang in Richtung Pillichsdorfer Kirschallee. Beim Wasserspeicher halte ich mich links, nach dem Waldstück jedoch gleich rechts und quere die Felder auf dem Wanderweg nach Groß-Engersdorf. Zahlreiche Kreuze säumen den Weg. Im Licht des Sonnenuntergangs wandere ich weiter nach Bockfließ, wo ich schließlich mit dem Bus die Heimfahrt antrete.