Im Herbst durch die Passleiten

Wir parken bei der Bahnhaltestelle in Ulrichskirchen und folgen zunächst der Wanderwegmarkierung über die Fußgängerbrücke. Vorbei an einigen kleinen Presshäusern erreichen wir die Abzweigung beim Dimmel-Kreuz. Hier halten wir uns links – der Einstieg in die Passleiten beginnt.

Der Weg führt durch einen eindrucksvollen Lösshohlweg, in dem sich zahlreiche alte Weinkeller befinden. Die kühle Erde, die geschwungenen Wände und die stillen Keller zeugen von der langen Weinbautradition der Region. Immer wieder laden kleine, gemütliche Plätze zum Verweilen ein. Heute ist es angenehm ruhig, nur vereinzelt begegnen uns Spaziergänger.

Oberhalb der historischen Kellergasse erreichen wir einen Rastplatz mit schönem Aussichtspunkt, der einen ersten Blick über die sanfte Landschaft des Weinviertels erlaubt. Anschließend führt der Weg weiter bergauf: zunächst über ein offenes Feld, dann entlang eines Trockenrasens mit leicht felsigem Untergrund, der dem Abschnitt einen beinahe mediterranen Charakter verleiht.

Auf einem Steinhaufen steht ein Wetterkreuz, ein markanter Orientierungspunkt. Wenige Minuten weiter stoßen wir linker Hand, etwas versteckt unter Bäumen, auf einen alten Soldatenfriedhof. Hier ruhen u.a. Gefallene der Schlacht am Wagram (1809) – ein stiller, nachdenklicher Ort mitten in der Natur.

Etwas weiter liegt rechter Hand die Waldandachtsstätte Marienbründl, ein schlichter, besinnlicher Platz, an dem wir kurz innehalten. Danach kehren wir zum Wetterkreuz zurück und folgen dem Forstweg nach links in Richtung Waldrand.

Als wir den Wald verlassen, öffnet sich vor uns der Blick auf Ulrichskirchen – und auf die markante rote Scheune, die wir bereits vom Tal aus gesehen haben. Schließlich erreichen wir wieder das Dimmel-Kreuz und wandern von dort gemütlich zurück zum Auto.