Mit dem Rad von Bratislava und ins Marchfeld


Ich steige mit dem E-Bike in den Zug nach Marchegg. Dort angekommen decke ich mich erstmal beim Billa mit einer ordentlichen Jause ein, schließlich liegt heute ein weiter Weg vor mir. Ich fahre ins Zentrum von Marchegg und dort neben der historischen Stadtmauer am Badesee entlang zur March. Unweit vom Schloss Marchegg steht das Zollwache Denkmal an der March. Daneben liegt die noch relativ neue Fahrradbrücke VysoMarch, auf der ich in die Slowakei rüber fahre. Nun geht es rechts entlang am Radweg über das Grüne Band, ein schönes Naturschutzgebiet entlang der March, wo einst der Eiserne Vorhang zwei Welten trennte. Viele seltene Pflanzen wachsen hier und ein Lebensraum für Störche und viele andere Vögel und Tiere hat sich gestaltet. Der Radweg vorbei am Altwasser der March und bunten Wegweisern heißt hier Iron Curtain Trail. Viele alte Bunker sind am Wegesrand zu sehen. Die Wurzeln der alten Laubbäume haben teilweise den Radweg etwas beschädigt, drum heißt es im Waldgebiet vorsicht fahren. Bald komme ich unter der Eisenbahnbrücke hindurch, die ich auch von der anderen Marchseite, nahe Marchegg-Bahnhof, gut kenne. Linker Hand liegt das große Werk von Volkswagen Slowakei, der größte Arbeitgeber der Region. Dann erreiche ich die Fahrradbrücke der Freiheit, die zwischen Devinska Nova Ves und Schloss Hof über den Grenzfluss führt. Unter der Brücke steht ein Denkmal an den Eisernen Vorhang und ein alter Bunker. Ich fahre weiter auf dem Radweg, vorbei am Sandberg bis zur Mündung der March in die Donau. Hier steht auf einem markanten Felsen, die Burg Theben. Unterhalb vom Jungfrauenturm führt der Radweg weiter am Donauufer entlang. Der Radweg ist gut beschildert, und führt durch eine Markierung abgetrennt von der Straße, dann wieder hinter einer Siedlung auf einem Waldweg oberhalb der Straße entlang, langsam nach Bratislava hinein. Große Plattenbausiedlungen tauchen links auf. Dann ein Botanischer Garten, und ich stehe vor der Lanfranconi Brücke. Auf einer schönen Allee entlang des Donauufers fahre ich weiter ins Zentrum von Bratislava. Einige Fußgänger, Inline-Skater, Radfahrer sind unterwegs. Ich sehe die Pink Whale, ein Partyschiff. Vor der Burg Bratislava sind riesige Baustellen. Das kalte Pilsner Urquell an einem Imbiss am Ufer hier kostet € 2,80 - unsagbar günstig im Vergleich zu den Preisen bei uns drüben. Bei der SNP Brücke wende ich und fahre unter der Lanfranconi Brücke ans andere Donauufer. Dann verläuft der breite Radweg ein Stück neben der Autobahn. Ich nähere mich der Grenze und fahre vorbei am riesigen Puff und der Grenzstation. In Niederösterreich sehe ich zuerst die Burgruine Pottenburg. Dann geht's durch Wolfsthal durch und Richtung Braunsberg nach Hainburg weiter. Ich fahre durch die Stadt ans Donauufer und überquere bei Bad Deutsch Altenburg die Donau, nicht ohne den Blick zurück auf die drei Hainburger Berge. Drüben fahre ich auf dem Donauradweg vorbei an Stopfenreuth Richtung Eckartsau. Dort fahre ich zum Schloss und folge dem Radweg dort nach Orth an der Donau. Leichter Regen setzt ein. In Orth folge ich dem Radweg nach Leopoldsdorf im Marchfeld über Breitstetten. Etwas Akku habe ich noch, und schaffe es bis zur Raststation in Markgrafneusiedl, wo ich kurz auflade für die letzten Kilometer nach Hause nach Deutsch Wagram. Noch viele Tage danach spüre ich es in meinen Knien - das war eine recht lange Tour, aber eine sehr schöne!